Ostermontag

Der leuchtende Schatten

Das Bild “Der leuchtende Schatten” kann inzwischen unter folgender Seite abgerufen und betrachtet werden:
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Der Schmerz und die Enttäuschung der Jünger nach dem Tod Jesu sitzen tief. Wer sollte da der Behauptung einiger Frauen glauben, dass Jesus auferstanden sei? Zwei der Jünger jedenfalls kehren Jerusalem den Rücken. Von fern ist noch der Galgenhügel Golgatha zu sehen. Nur weg von dem Ort, wo ihre Hoffnungen zerbrochen waren!
Unterwegs lassen sie ihr Herz sprechen. Sie fragen, suchen, klagen und geben ihrer Enttäuschung Raum. Ein Fremder kommt hinzu, geht mit, bleibt unerkannt. Er stellt Fragen, hat Interesse, gibt Hinweise auf alte Verheißungen und Zeugen wie Mose und die Propheten. Er bringt Licht und Erkennen in die nachdenklichen Gesichter. Noch haben die beiden ihren Begleiter nicht erkannt.
Aber der Schatten lässt ahnen, wer es ist. Der Schatten leuchtet. Groß ragt er hinter ihnen auf. Er stellt eine Verbindung her zwischen dem, „was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war“ (Lk 24,27) und dem Geschehen der letzten Tagen. Wie ein Pfeil deutet er von der Schriftrolle hin auf Golgatha.
Es tut gut, wenn wir Wegbegleiter haben. Gerade auf den Wegstrecken, wo wir nach dem Sinn der gemachten Erfahrungen fragen, brauchen wir Hilfe. Das Bild weist uns auf Gottes Wort: das geschriebene und das lebendige Wort Gottes. Und auch wir selbst dürfen wie Jesus anderen zum Wegbegleiter werden.

Gebet: Herr Jesus Christus, du gehst alle Wege mit uns, auch auf unseren Um- und Irrwegen begleitest du uns. Öffne unsere Augen für deine Gegenwart in unserem Alltag. Wir wollen uns wie die Emmausjünger von dir und deinem Wort ansprechen und zum Nachdenken bringen lassen.
Anette Obergfell

 

 

Sieger Köder, Der leuchtende Schatten
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