Karfreitag

Der Gekreuzigte

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Die verdunkelte Sonne und der zerrissene Tempelvorhang zeigen: Sieger Köder malt den Moment des Todes Jesu. (Mt 27,45-51) Doch Jesus hängt nicht leblos am Kreuz. Er beugt sich herab zu den Menschen um ihn herum.
Auf der einen Seite : ein Rabbi, ein Hohepriester und ein Soldat;
auf der anderen Seite: der Lieblingsjünger und die Mutter Jesu, davor Maria von Magdala;
im Hintergrund: die beiden Männer, die mit Jesus gekreuzigt wurden. Von vorn wird Jesus ein verwundeter Arm entgegengestreckt. Die Arme Jesu sind diagonal ausgespannt – so wird er zur Brücke zwischen Himmel und Erde, durch seinen Tod verbindet er Gott und Mensch.
Der Vorhang im Tempel trennte bisher den Raum des Allerheiligsten ab, den nur der Hohepriester betreten durfte. Jetzt ist der Zugang offen, Jesus hat den Weg frei gemacht zum heiligen Gott.
Doch was wir durch den zerrissenen Vorhang sehen, sind nicht Glanz und Gloria, sondern ein verwundeter Christus, der sich Freund wie Feind gleichermaßen zuwendet und dessen Fürsorge besonders den Bedürftigen gilt. Hand in Hand mit Jesus erscheint der Kranke als verlängerter Arm des Christus, beide verletzt, und doch in direkter Verbindung von „oben“ bis über das Bild hinaus in meine Welt. Es könnte mein Arm sein, dem Jesus sich entgegenstreckt. Es könnte mein Nächster sein, in dem mir Jesus Christus selbst begegnet.

Gebet:
Danke Herr Jesus Christus, dass du den Zugang zu Gott, unserem Vater, eröffnet hast. Am Kreuz hast du die Verbindung zwischen Himmel und Erde wieder hergestellt und uns mit Gott versöhnt. Und nun reichst du uns die Hand, um uns zu retten und durch deine Wunden heil zu werden.
Lass uns deiner Einladung folgen. Hilf uns, dich in den Angeschlagenen und Ausgegrenzten zu sehen.
Anette Obergfell

 

 

Sieger Köder, Kreuzabnahme
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