Gründonnerstag

Der Hahn des Petrus

Das Bild “Der Hahn des Petrus” kann inzwischen unter folgender Seite abgerufen und betrachtet werden:
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Wenn ich das Bild betrachte, läuft vor meinem inneren Auge ein ganzer Film ab. Petrus, der Jesus ganz nahe sein wollte, der ihn nie verlassen wollte und ihm nicht glaubte, als Jesus zu ihm sagte: „Wahrlich, ich sage dir, dass du heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen wirst“ (Mt. 26,34).
„Nie“ hat Petrus geschrien, „nicht ich!“
Und dann – kam es anders – es kam genau so. Der Hahn kräht und Petrus geht es in Mark und Bein. Er weiß sofort, was geschehen ist und dass er sein Versprechen nicht gehalten hatte.
Wie oft gebe ich ein Versprechen und kann es dann doch nicht halten, so sehr ich es von mir selbst erwarte. Aus welchen Gründen auch immer. Manchmal sinkt mein Mut in den Minus-Bereich und ich spüre schon beim Versagen das Ärgernis, dass ich mein Versprechen nicht gehalten habe. Vielleicht kennen Sie das und es geht Ihnen wie Petrus, Sie hören den Schrei des Hahns und werden traurig, verzweifelt, verziehen sich in die Einsamkeit und vielleicht weinen Sie darüber so bitterlich wie Petrus. Doch direkt neben Petrus stehen die drei Kreuze von Golgatha. In allem Versagen
lässt Jesus uns in so einem Augenblick nicht fallen. Jesus rechnet immer noch mit ihm und mit Ihnen.
Seine Liebe und Gnade ist stärker als unser Versagen!
Diese Gewissheit wünsche ich Ihnen.
                                                                                                        Annette Schöllhorn

 

 

Sieger Köder, Der Hahn des Petrus
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