Wehmut und Dank

Wie bereits berichtet, wurde am Sonntag, 9. Juli, die Gemeindearbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche im Reutlinger Stadtteil Rommelsbach beendet.
Noch einmal war die Stephanuskirche an diesem Tag Treffpunkt der Bezirksgemeinde. Ab 14 Uhr gab es bei Kaffee und leckeren Kuchen viele Gespräche und Begegnungen mit Gästen aus Nah und Fern. Anschließend führten Edgar Reinert und Hans Straub den Besuchern die Arbeit der Gemeinde Rommelsbach von den Anfängen 1907 bis 2017 vor Augen. Hans Straub war Gemeindepastor, als die Stephanuskirche in den 1970er Jahren geplant und errichtet wurde. Auch „Geburtshelfer“ Hermann Waitzmann, der damals den Bau architektonisch begleitete, sprach die Gemeinde an und freute sich, mit Herbert Walter einen ehemaligen Arbeitskollegen begrüßen zu dürfen.
Den Schlusspunkt dieses Nachmittags wie auch der EmK-Arbeit im Stadtteil setzte ein festlicher Gottesdienst, an dem sich Gemeindeglieder aus allen Bezirksgemeinden beteiligten. Pastorin Anette Obergfell konnte darüber hinaus auch Gäste aus der Ökumene sowie Bezirksbürgermeister Siegfried Thumm und dessen Frau begrüßen.
Im Mittelpunkt der Feier stand der Dank für den Segen, den Gott auf die 110 Jahre dauernde Rommelsbacher Gemeindearbeit gelegt hat. In Gebeten, Lesungen und Liedern fand dieser Dank seinen Ausdruck – unterstützt durch den erweiterten Bläserchor aus Gomaringen und durch einen großen Chor mit Sängerinnen und Sängern aus allen Bezirksgemeinden.
Superintendent Johannes Knöller bewegte in seiner Ansprache die Frage „Was bleibt?“. Unter Hinweis auf manch aktuelle Veränderungen – nicht nur in unserer Kirche – und auf Spannungen in Korinth, einer der ersten christlichen Gemeinden auf europäischem Boden, betonte er das Fragmenthafte alles Menschlichen: „Wir sind und machen Stückwerk – nichts mehr, aber auch nichts weniger“. Nur bei Gott gebe es Vollkommenheit, alles irdische Erkennen und Handeln nde irgendwann ein Ende – so wie nun die kirchliche Arbeit in der Stephanuskirche. Unter Hinweis auf 1. Kor. 13 betonte er jedoch, dass es neben Glaube und Hoffnung vor allem die Liebe sei, die dauerhaft bleibe. Sie ist nicht an ein Gebäude gebunden und gilt allen Menschen!
Im Anschluss an die Predigt überbrachten Pfarrerin Beate Ellenberger von der evangelischen Kirche und Pfarrer Dietmar Hermann von der katholischen Kirche anteilnehmende Grüße und machten die ökumenische Verbundenheit sichtbar, indem sie allen Gästen ein kleines Präsent überreichten, das die Trauer und Erinnerungsarbeit erleichtern soll. Auch schriftliche Grüße von Bischof Rückert sowie der ehemaligen Gemeindepastoren A. Besserer, S. Kettner und H.-M.
Niethammer wurden verlesen.
Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen“ – Dieses Lied, das wir am Ende des Gottesdienstes sangen, gilt dem Bezirk und besonders unseren Rommelsbacher Geschwistern, die nun – falls nicht im Einzelfall anders gewünscht – zur Erlöserkirche Reutlingen gehören. Hier werden auch das Altarrelief und die Bibel aus der Stephanuskirche einen Platz finden.
Anette Obergfell und Edgar Reinert